Regelwerk Amateur- und ProAm-Muaythai



§ 1 Boxring

Alle Kämpfe finden im Boxring statt, der mindestens drei Ringseile hat. In den Ringecken müssen Eckpolster vorhanden sein.


§ 2 Gewichtsklassen

Die Kämpfe in den Junioren- und Erwachsenen-Klassen müssen in den offiziellen Gewichtsklassen der WMF ausgeführt werden.

Nur in der Alltersklasse unter 12 Jahren ist ein Catchweight, also ein individuell vereinbahrtes Gewicht zugelassen.

 

  • Minimumgewicht 35 bis 39kg
  • Papiergewicht 39 bis 42kg
  • Nadelgewicht 42 bis 45kg
  • Halbfliegengewicht 45 bis 48 Kg
  • Fliegengewicht 48 bis 51 Kg
  • Bantamgewicht 51 bis 54 Kg
  • Federgewicht 54 bis 57 Kg
  • Leichtgewicht 57 kg bis 60 Kg
  • Halbweltergewicht 60 bis 63,5 Kg
  • Weltergewicht 63,5 bis 67 Kg
  • Halbmittelgewicht 67 bis 71 Kg
  • Mittelgewicht 71 bis 75 Kg
  • Halbschwergewicht 75 bis 81 Kg
  • Cruisergewicht 81 bis 86 Kg
  • Schwergewicht 86 bis 91 Kg
  • Superschwergewicht über 91 Kg

§ 3 Altersklassen und erlaubte Techniken

§ 3.1 Erwachsene ab 18 Jahre

Als Erwachsener gilt, wer das 18. Lebensjahr erreicht hat.

Fausttechniken (Gerade, Schwinger und Haken) zum Körper und Kopf

Ellbogentechniken zum Körper und Kopf

Tritttechniken zum gesammten Körper

Knietechniken zum gesamten Körper

Clinchen

§ 3.2 Junioren 15-18 Jahre

Als Junioren-Kämpfer gilt, wer mindestens 15 Jahre alt ist und nicht das 18. Lebensjahr erreicht hat.

Fausttechniken (Gerade, Schwinger und Haken) zum Körper und Kopf

Ellbogentechniken zum Körper und Kopf

Tritttechniken zum gesammten Körper

Knietechniken zum Ober und Unterkörper

Clinchen

Knietechniken zum Kopf verboten!

§ 3.3 Kadetten 12-15 Jahre

Als Kadet gilt man, er mindestens 12 Jahre alt ist und noch nicht das 15. Lebensjahr erreicht hat.

Fausttechniken, Ellbogentechniken, Tritttechniken, Knietechniken zum Ober- und unter Körper, Clinchen. Fausttechiken zum Kopf können vereinbahrt werden.


§ 4 Schutzkleidung

§ 4.1 Amateur-Muaythai

Für alle Amateur-Muaythai-Wettkämpfe gilt eine einheitliche Schutzkleidung! Jeder Wettkämpfer, der nach den Regelwerk der "Muaythai Federation Germany" kämpft, muß im Wettkampf folgende Schutzkleidung tragen:

Lederboxhandschuhe (10 OZ), Kopfschutz ohne Jochbeinschutz, Kampfweste, Ellbogenschoner, Stoffschienbeinschoner (Strümpfe), Mundschutz und Tiefschutz

Bei Sparringskämpfen Lederboxhandschuhe (10 oder 12 OZ), Kopfschutz ohne Jochbeinschutz, Kampfweste, Ellbogenschoner, Stoffschienbeinschoner (Strümpfe), Zahnschutz und Tiefschutz

Es dürfen nur reguläre Bandagen aus Baumwolle verwendet werden, ein Tapeaufbau ist nicht gestattet.

§ 4.2 ProAm-Muaythai

Das Mindesalter für ProAm-Muaythai-Kämpfe beträgt 17 Jahre. Die Schutzausrüstung ist reduziert auf Ellbogenschützer und Schienbeinschützer aus Stoff (Strümpfe) bei entsprechender Absprache auch ohne Schienbeinschützer möglich. Die sonstige Schutzausrüstung aus dem Amateur-Muaythai entfällt.


§ 5 Wettkampf und Sparringskampf

§ 5.1 Wettkampf

Unter Wettkampf versteht man einen sportlich fairen Zweikampf unter Einhaltung der gültigen Regeln.

Ein Wettkampf endet mit einer Wertung durch die Jury. / siehe § 7

§ 5.2 Sparringskampf

Ein Sparringskampf ist kein Wettkampf. Das Sparring wird von einem Ringrichter geleitet, der dafür Sorge trägt, das bei dem Sparringskampf die gültigen Regeln eingehalten werden und hat den Kampf immer dann zu unterbrechen, wenn ein Kämpfer übertriebene Härte walten lässt.

Der Sparringskampf wird nicht als offizieller Kampf gewertet!

§ 5.3 Wiegen

Der Wiegezeitpunkt wird vom Veranstalter in Zusammenarbeit mit der Jury bestimmt.

§ 5.4 Ärztliche Kontrolle

Der Ringarzt muss vor Veranstaltungsbeginn die Kampftauglichkeit überprüfen. Der Ringarzt muss ebenfalls bei den Wettkämpfen am Ring sitzen, sonst dürfen keine Kämpfe durchgeführt werden.


§ 6 Täuschung durch Sportler bzw. Trainer

Werden bei einem Wettkampf durch den Trainer oder Sportler Falschangaben bei Namen, Alter oder Kampfrekord gemacht, wird der Vorstand der Muaythai Federation Germany Sanktionen verhängen.

Zusätzlich wird das Wettkampfergebnis für den Kämpfer, der die Falschangaben gemacht hat, in "Niederlage durch Disqualifikation" umgewandelt.


§ 7 Wettkampfwertungen

§ 7.1 Wie im Amateur-Muaythai / ProAm gewertet wird

1.) Die maximale Punktzahl für jede Runde ist 10 Punkte.

2.) Ist eine Runde unentschieden, erhalten beide Boxer 10 Punkte.

3.) Der Gewinner und der Verlierer einer Runde erhalten 10:9 Punkte.

4.) Für jedes Anzählen eines Kämpfers erhält dieser einen Minuspunkt, der beim zusammenzählen der Gesamtpunktzahl berücksichtigt wird.

5.) Erhält ein Kämpfer vom Ringrichter für ein Foul einen Minuspunkt, wird dieser beim zusammenzählen der Gesamtpunktzahl berücksichtigt.

6.) Im Rahmen von Meisterschafts- oder Titelkämpfen gibt es kein Unentschieden als Wettkampfwertung.

7.) Der besserer Kämpfer einer Runde, ist nicht nur derjenige, der mehr saubere Treffer setzen kann, sondern auch der Kämpfer, der Muaythai-Typisch kämpft, also Treffer mit Faust-, Knie-, Ellbogen- und Tritttechniken setzt.

§ 7.2 Anzählen

Der Ringrichter zählt einen Kämpfer zu seinem Schutz an, wenn dieser im Kampfverlauf kampfunfähig ist.

Der Ringrichter zählt grundsätzlich bis acht an, auch wenn der Kämpfer schon vorher eine Kampfbereitschaft anzeigt. Ist der Kämpfer bei acht nicht kampfbereit, so wird bis 10 weiter gezählt und der Kampf abgebrochen.

Als Grundsatz gilt, der Ringrichter zählt auch bis 10 und bricht den Kampf ab, wenn ein Kämpfer zweinmal in einer Runde oder dreimal im gesamten Kampf angezählt wird.

In der A & B-Klasse gilt der Grundsatz, ein Kampf wird abgebrochen, wenn dreinmal in einer Runde und viermal im gesamten Kampf angezählt wird.


§ 8 Turnierbaum


§ 9 Kampfrichter

§ 9.1 Jury

Die Jury besteht aus einem Rigrichter und drei Punktrichter. Auf Newcomerevents kann bei Ausfall eines Kampfrichters der Ringrichter mitpunkten. Die Jury muss sportlich, fair und unabhängig ihre Wertung abgeben.

§ 9.2 Kommandos des Ringrichters

Chok (Fight)

Yud (Stop)

Yak (Break)

Anzählen von 1-10 auf thailändisch


§ 10 Trainer & Sekundanten

Als Betreuer eines Kämpfer sind drei Sekundanten in der Ringecke zugelassen, wobei in der Rundenpause nur eine Person den Ring betreten darf.


§ 11 Protest

Gegen ein Juryurteil kann Protest eingelegt werden. Es unterliegt dem Supervisor, das Urteil vor Ort zu korrigieren. Im Rahmen von Turnieren muss über den Protest direkt nach dem Kampf entschieden werden, um einen reibungslosen Turnierverlauf zu gewährleisten.

Vorrausetzung für einen Protest ist eine Verstoß gegen die Wettkampfbestimmungen und ein ruhiges Verhalten der Trainer am Ring. Gegen ein Punkturteil ist kein Protest möglich.